Daniel Hagemeier MdL

Hilfe mit Herz und Fachverstand

Aus dem Wahlkreis

CDU-Landtagsabgeordneter Daniel Hagemeier blickt hinter die Kulissen der ambulanten Pflege 

Sich selbst ein Bild von den Herausforderungen in der Pflegebranche machen: Unter diesem Motto hat der CDU-Landtagsabgeordnete Daniel Hagemeier eine Frühschicht des mobilen Pflegedienstes der AP Pflegedienste GmbH in Warendorf begleitet. Im Anschluss tauschte er sich mit Mitarbeitenden und Geschäftsführung über die aktuelle Lage, Kritikpunkte und mögliche Lösungsansätze aus.

 

 

Eine Schicht lang begleitete der Landtagsabgeordnete die Pflegefachkraft Stefanie Maaß bei ihrer Tour. Anschließend traf er sich zum offenen Austausch mit dem Team der AP-Pflegedienste GmbH.Eine Schicht lang begleitete der Landtagsabgeordnete die Pflegefachkraft Stefanie Maaß bei ihrer Tour. Anschließend traf er sich zum offenen Austausch mit dem Team der AP-Pflegedienste GmbH.

Start in aller Frühe

Es ist 6.30 Uhr morgens an der Dr.-Rau-Allee in Warendorf. Während bei vielen Menschen gerade erst der Wecker klingelt, hat für Stefanie Maaß die Arbeit längst begonnen. Die examinierte Pflegefachkraft der AP Pflegedienste GmbH ist seit 5.45 Uhr für ihre Frühschicht im mobilen Pflegedienst auf den Beinen. Auf dem Tourenplan stehen zahlreiche Hausbesuche bei Menschen, die in den eigenen vier Wänden leben, im Alltag jedoch auf Unterstützung angewiesen sind. An diesem Morgen ist sie nicht allein unterwegs. Der CDU-Landtagsabgeordnete Daniel Hagemeier begleitet die erfahrene Mitarbeiterin, um sich ein unmittelbares Bild vom Arbeitsalltag in der ambulanten Pflege zu machen. „Pflege muss man erleben, um sie wirklich zu verstehen“, sagt Hagemeier. „Mir war wichtig, nicht nur über Pflege zu sprechen, sondern direkt vor Ort zu sehen, was tagtäglich geleistet wird.“

 

Pflege hat viele Facetten

Stefanie Maaß ist nicht nur Pflegefachkraft, sondern auch Praxisanleiterin. Sie kennt die Anforderungen des Berufs aus langjähriger Erfahrung. Jede Fachkraft betreut im Alltag einen festen Kreis an Pflegebedürftigen. Viele von ihnen haben Pflegegrad 2, 3 oder 4, vereinzelt auch Pflegegrad 5. Die Aufgaben sind vielfältig: Unterstützung bei der Körperpflege, Hilfe beim Anziehen, Wundversorgung, das Anlegen von Stützstrümpfen oder die Verabreichung von Medikamenten. Mal dauert ein Einsatz zehn Minuten, mal eine halbe Stunde – etwa dann, wenn eine Person beim Duschen unterstützt werden muss oder besonderer Gesprächsbedarf besteht. „Jeder Tag ist anders“, beschreibt Stefanie Maaß ihren Beruf. Besonders schätze sie den persönlichen Kontakt zu den Menschen: „Gerade bei alleinstehenden Personen ist auch das Gespräch sehr wichtig. Man kennt sich, man bringt sich Wertschätzung entgegen, man vertraut sich.“

 

Komplexe Tagesstruktur

Jede Pflegekraft ist mit einem Diensthandy ausgestattet, auf dem die Leistungen nach individuellem Pflegeplan erfasst werden. Änderungen oder Auffälligkeiten werden direkt vermerkt. Nach der Tour geht es zurück zum Pflegestützpunkt. Dort werden Medikamente für die kommende Woche vorbereitet, Rücksprachen im Team geführt oder neue Verordnungen bei Arztpraxen angefordert.

Neben der Frühschicht gibt es eine weitere Tour am Abend. Zusätzlich stellt der Dienst eine 24-Stunden-Rufbereitschaft sicher.

 

Rückgrat der Gesundheitsversorgung

Ein System, das ein hohes Maß an Organisation, Verantwortung und Flexibilität braucht – doch für die Betroffenen enorm wichtig ist: „Für viele ältere oder kranke Menschen ist die ambulante Pflege die Voraussetzung dafür, weiterhin im eigenen Zuhause leben zu können“, weiß Hagemeier. „Ambulante Pflegedienste sind ein wichtiges Rückgrat unserer pflegerischen Versorgung und stützen das Gesundheitssystem.“ Gleichzeitig seien die Herausforderungen groß: steigender Bedarf, Fachkräftemangel, hoher Dokumentationsaufwand, enge Zeitfenster.

 

Verbesserungsvorschläge im offenen Austausch

Genau diese Themen diskutierte der Landtagsabgeordnete im Anschluss mit dem Team der AP Pflegedienste GmbH, vertreten durch Geschäftsführer Michael Kamp, Karina Schlunz Baggeroer (ppa. Geschäftsleitung), Heike Wiewel, Lidija Sestic, Elke Isenberg, Simone Rotthaus, Nikolas Tarner sowie Tina Posingis-Kretschmer und Stefanie Maaß. Die Liste der Punkte, die den Pflegekräften ihre Arbeit erschweren ist lang. Beispiel: Bürokratie. „Wir haben eher das Gefühl, dass es schlimmer wird als besser“, gab Kamp zu bedenken. Der Dokumentationsaufwand sei enorm hoch, zudem sei kein einheitliches Verfahren bei den Prüfinstanzen erkennbar, was zu Verunsicherung führe.

 

Fachkräftegewinnung im Fokus

Ein großes Thema sei nach wie vor die Mitarbeitergewinnung. Zwar seien die Azubi-Zahlen gestiegen – nach wie vor gibt es aber auch junge Menschen, die die Ausbildung vorzeitig abbrechen. Zudem sei es seit Umstellung auf die generalistische Ausbildung schwieriger geworden, die Nachwuchskräfte für die Pflege zu begeistern, da viele Azubis lieber in den Krankenhäusern arbeiteten. Mit ausländischen Fachkräften lasse sich der Engpass vor dem Hintergrund der derzeitigen Bestimmungen nicht beheben. „Menschen, die im Heimatland hochqualifiziert waren, müssen hier ein langwieriges Anerkennungsverfahren durchlaufen“, so Kamp. Vergütungssystem, die Rolle der Pflegekammer – in vielen Bereichen gelte es nachzuschärfen. Generell waren sich alle Gesprächsteilnehmer einig: „Die Politik arbeitet zu langsam“, gaben sie dem CDU-Abgeordneten mit auf den Weg.

 

Appell an die Entscheidungsgremien

Daniel Hagemeier kann die Kritikpunkte nachvollziehen: „Es ist klar: Wenn wir keine Pflegereform auf den Weg bringen, dann können wir uns das System in seiner jetzigen Form in absehbarer Zeit nicht mehr leisten“, weiß er, wie wichtig es ist, die Anliegen der Pflege mit Nachdruck an die politischen Entscheidungsgremien zu kommunizieren. „Ich habe hautnah erlebt, was ambulante Pflege wirklich bedeutet“, zog er abschließend ein Fazit. „Es geht um viel mehr als medizinische Handgriffe – es geht um Verantwortung für ein ganzes Leben im Alltag. Die Pflegefachkräfte geben Halt, Orientierung und oft auch ein Stück Lebensmut. Was ich heute miterlebt habe, ist Pflege mit Herz, Kompetenz und echter Nähe zum Menschen“, versprach Hagemeier, der unter anderem Mitglied des Bundesfachausschusses für ein zukunftsfestes Gesundheits- und Pflegesystem ist, die Themen mit nach Düsseldorf und Berlin zu nehmen. „Wer gute Pflegepolitik machen will, muss den Menschen zuhören, die Pflege jeden Tag leisten. Dieser Austausch ist unverzichtbar.“