Daniel Hagemeier MdL

Pflege und Gesundheit unter Reformdruck

CDU-Landtagsabgeordneter Daniel Hagemeier im Austausch mit Curacon-Experte Dr. Christian Heitmann:

 Wo stehen die Gesundheits- und Sozialwirtschaft in Deutschland? Unter dieser Fragestellung stand jetzt der fachliche Austausch zwischen dem heimischen CDU-Landtagsabgeordneten Daniel Hagemeier sowie Dr. Christian Heitmann, Partner und Leiter der Unternehmensberatung bei Curacon, einer der Top-20-Wirtschaftsprüfungsgesellschaften in Deutschland, die auf den Bereich Gesundheits- und Sozialwirtschaft spezialisiert ist.

 

Im Austausch über die Zukunft der Gesundheitsversorgung: CDU-Landtagsabgeordneter Daniel Hagemeier und Dr. Christian Heitmann, Partner Unternehmensberatung bei Curacon.Im Austausch über die Zukunft der Gesundheitsversorgung: CDU-Landtagsabgeordneter Daniel Hagemeier und Dr. Christian Heitmann, Partner Unternehmensberatung bei Curacon.

Impulse für die Bundespolitik

„Als Mitglied unseres Bundesfachausschusses ,Zukunftsfestes Gesundheits- und Pflegesystem‘ ist es mir wichtig, Perspektiven von außen zu sammeln, um sie in unsere Arbeit in Berlin einbringen zu können“, betonte der CDU-Politiker. Denn eines sei klar, waren sich beide Gesprächspartner einig: „Unser System in seiner jetzigen Form können wir uns nicht mehr leisten.“ Damit sich die Bürgerinnen und Bürger auch weiterhin auf sichere Versorgungsstrukturen verlassen könnten, brauche es mutige Reformen für effizientere Strukturen und Prozesse, mehr Eigenverantwortung und weniger (bürokratischen) Barrieren. „Dabei müssen wir die Menschen mitnehmen, denn die Herausforderungen sind groß – das spüren die Menschen auch“, so Hagemeier.

 

Strukturelle Fehlanreize

Wo besteht dringender Verbesserungsbedarf? Als prägnante Beispiele nannte Dr. Christian Heitmann die drohenden Engpässe in der Hausarztversorgung, vor allem im ländlichen Raum, und in den Notaufnahmen der Krankenhäuser. „Hier trennt das System die ambulante und stationäre Versorgung“, so der Experte, „durch die unterschiedlichen Vergütungs- und Fördersysteme werden zusammengehörende Behandlungsprozesse künstlich separiert“. Heitmann gab zu bedenken: „Die Krankenhäuser werden künftig Teile der ambulanten Versorgung aufgrund fehlender Haus- und Fachärzte mit übernehmen müssen. Daher könnte das System der Polikliniken nach Vorbild der früheren DDR interessant werden.“ Allerdings seien ambulante Strukturen per Gesetz nicht förderfähig im Sinne der Investitionsfinanzierung der Krankenhäuser. Das von Karl Lauterbach auf den Weg gebrachte Reformpaket sei da zu kurz gesprungen. „Das müssen wir viel weiter denken.“

 

Blick über die Grenze

Manchmal helfe der Blick in andere Länder, warf Daniel Hagemeier ein. So gebe es in Kanada ambulante medizinische Versorgungszentren, „die 75 Prozent aller Fälle erstversorgen, auch mit Hilfe von Telemedizin und sogenannten „Physician Assistants“ (PA)“. Diese hochspezialisierten medizinischen Fachkräfte, die Ärztinnen und Ärzte in enger Absprache entlasten, übermittelten dann akute Fälle über ein Rettungssystem zeitnah ins Krankenhaus. In den USA seien die „Physician Assistants“ oft auch in Apotheken angesiedelt, ergänzte Heitmann. Ohne Einschränkungen gehe es angesichts der derzeitigen Rahmenbedingungen nicht mehr. Heitmanns klare Meinung: „Wenn wir ehrlich zu uns selbst und den Bürgerinnen und Bürgern sein wollen, müssen wir einsehen, dass wir weg von der Mentalität müssen, jederzeit und überall kostenlos die volle ärztliche Behandlung in Anspruch nehmen zu können.“

 

Zwischen Anspruch und Machbarkeit

Die Finanzierungslücken in der Krankenhausstruktur, die steigende Nachfrage nach (kaum bezahlbaren) Pflegeleistungen, Fachkräftemangel – das alles seien „heiße Eisen“, die die Politik dennoch anpacken müsse, auch wenn die Diskussionen „unpopulär“ seien, so Dr. Heitmann weiter. „Der Kostendruck ist enorm“, ist sich auch der Gesundheits- und Sozialpolitiker Daniel Hagemeier bewusst und gab in diesem Zusammenhang zu bedenken, dass die Politik nicht zuletzt auch die Ursachen vieler Krankheitsbilder in den Blick nehmen müsse. Prävention bei Konsum und Bewegungsverhalten – das sei ebenso wichtig wie die Diskussion um die anschließende Kostendeckung.

 

Gemeinsam weiterdenken

Hagemeier versprach, die Expertenmeinung aus Münster im Bundesfachausschuss einzubringen. „Unser Ziel ist es, dass wir unabhängig von Wohnort und Einkommen eine gute, erreichbare und bezahlbare Gesundheitsversorgung sicherstellen. Dazu gehören aus meiner Sicht übrigens auch die Zahnarztbehandlung und die Brillenversorgung. Insgesamt brauchen wir ein System, das sich am Möglichen orientiert und dennoch auf die Bedürfnisse der Menschen eingeht.“ Angesichts der Dringlichkeit der Thematik wollen die Gesprächspartner auch weiterhin in Kontakt bleiben und den Austausch fortführen, denn eines sei klar, betonte Daniel Hagemeier abschließend: „Grundlegende Säulen des Alltags wie eine funktionierende Gesundheitsversorgung sind eine entscheidende Voraussetzung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.“

 

 

ZUM THEMA: CURACON:

Curacon ist eine bundesweit tätige Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft mit Hauptsitz in Münster. Das Unternehmen ist als CURACON GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft organisiert und zählt zu den Top-20-Wirtschaftsprüfungsgesellschaften in Deutschland.

Der fachliche Schwerpunkt von Curacon liegt auf der Gesundheits- und Sozialwirtschaft, dem Non-Profit-Sektor, kirchlichen Organisationen sowie dem öffentlichen Bereich. Zum Leistungsportfolio gehören Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Rechts- und Unternehmensberatung sowie prüfungsnahe und spezialisierte Beratungsleistungen.

Curacon beschäftigt über 550 Mitarbeitende an 14 Standorten in Deutschland und betreut mehr als 2.500 Mandanten. Mit einer Unternehmensgeschichte von über 85 Jahren verfügt Curacon über ausgeprägte Branchenexpertise und eine starke Marktposition als spezialisierter Beratungspartner.