Kinderschutz beginnt mit dem Hinschauen
Kinderschutz beginnt mit Verantwortung, Aufmerksamkeit und dem Mut, hinzusehen. Unter diesem Leitgedanken hatten die CDA im Kreis Warendorf unter Vorsitz des Landtagsabgeordneten Daniel Hagemeier und die Frauen Union im Kreis Warendorf unter Leitung von Ann-Sophie Pachal zur Veranstaltung „Kinderschutz – Verantwortung für unsere Zukunft“ auf das Kulturgut Samson in Tönnishäuschen eingeladen. Als Gastrednerin konnte das Organisationsteam Christina Schulze Föcking MdL, stellvertretende Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion und ausgewiesene Expertin für das Thema, gewinnen. Auch Henrich Berkhoff, Vorsitzender des Kinderschutzbundes im Kreis Warendorf, nahm an der Diskussionsrunde teil, die von Sabrina Salomon vom CDU-Kreisvorstand moderiert wurde.
Kinder haben das Recht, sicher und geschützt aufzuwachsen: Darauf machten Ann-Sophie Pachal Daniel Hagemeier MdL Christina Schulze Föcking, sowie Brigitte und Henrich Berkhoff noch einmal deutlich aufmerksam.„Nicht wegschauen!“
Die wichtigste Botschaft laut Christina Schulze Föcking: „Nicht wegschauen!“ Die Statistik zeige auf, dass in jeder Schulklasse durchschnittlich allein ein bis zwei Kinder Opfer sexuellen Missbrauchs seien. Doch Hilfe bekommen sie oft erst spät: „Wir wissen, dass sie sich sieben bis acht Mal an Erwachsene wenden müssen, bis sie ernst genommen werden.“ Ihr Appell: „Lieber einmal zu viel eingreifen als untätig bleiben.“ Im Kreis Warendorf scheint dieser Gedanke zu greifen: Denn der deutliche Anstieg der gemeldeten Fälle geht mutmaßlich darauf zurück, dass die gesellschaftliche Wahrnehmung angewachsen ist und Jugendamt, Kitas, Schule, Polizei und Staatsanwaltschaft stärker kooperieren.
Vorreiterrolle von NRW
Wie ernst das Land NRW das Thema nimmt, zeigt das neue Kinderschutzgesetz. Vorher schon stark diskutiert, haben die erschütternden Fälle der vergangenen Jahre wie das Beispiel Campingplatz Lügde endgültig dafür gesorgt, dass Nordrhein-Westfalen schnellstmöglich handelte und inzwischen Vorreiter in Sachen Kinderschutz ist. „Wir machen das Dunkelfeld hell“, sagte Christina Schulze Föcking. „Am Ende muss es unser Ziel sein, es den Tätern so schwer wie möglich zu machen, sodass sie jeden Abend mit der Angst ins Bett gehen, dass am nächsten Morgen die Polizei davorsteht!“, fand die Politikerin deutliche Worte.
Aufmerksames Miteinander
Henrich Berkhoff betonte, dass der beste Schutz ein aufmerksames Miteinander sei. „Es fängt im Elternhaus an und zieht sich weiter über die Schule bis hin zum Sportverein oder andere Gruppen.“ Aus Erfahrung weiß der Ahlener, der den Kinderschutzbund im Kreis Warendorf vor 20 Jahren mit auf den Weg gebracht hat und heute auf seinem Hof Erlebnispädagogik für Kinder mit entsprechenden psychischen Herausforderungen anbietet: „Gerade Kinder, die sexuellen Missbrauch erlebt haben, sind fürs Leben gezeichnet.“
Die Rolle von Erlebnispädagogik
Genau diese Bauernhoferlebnispädagogik hatten er und seine Frau Brigitte der Landespolitikerin im Vorfeld vorgestellt. Mehrfach wöchentlich erleben junge Menschen zwischen fünf und 20 Jahren auf der „Green Care Farm“ in Vorhelm besondere Glücksmomente mit Tieren und in der Natur. Ob beim Füttern der Hühner oder bei einer Fahrt mit dem Elektro-Radlader – die Kinder und Jugendlichen übernehmen Verantwortung, sammeln wertvolle Erfahrungen und entdecken ihre eigenen Fähigkeiten. „Das Stichwort lautet Selbstwirksamkeit“, erläuterte Henrich Berkhoff.
Pferde als sensible Begleiter
Eine ganz besondere Rolle spielen dabei Pferde: Als sensible Spiegel geben sie Nähe, Vertrauen und Orientierung und können zu wahren Seelenheilern werden. „Tiere sind bedingungslos“, bestätigte Christina Schulze Föcking, die auf ihrem eigenen Hof ebenfalls tagtäglich von Tieren umgeben ist. Dem Ehepaar Berkhoff dankte sie von Herzen: „Es ist so wertvoll, was sie hier leisten mit Kindern und Jugendlichen, die oft von der Gesellschaft vergessen werden.“
Die Rechte von Kindern ernst nehmen
Daniel Hagemeier zog abschließend ein Fazit: „Kinderschutz darf kein Randthema sein. Er ist eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung – und beginnt dort, wo Erwachsene hinschauen, zuhören, Vertrauen schenken und handeln. Kinder müssen das Recht haben, sicher und geschützt aufzuwachsen!“
Wer einen Verdachtsfall in seiner Umgebung feststellt, hat die Möglichkeit, diesen anonym über das Hinweistelefon des NRW-Innenministeriums zu melden:
0800 0431 431