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21.10.2021, 12:45 Uhr

Besuch auf dem landwirtschaftlichen Betrieb der Familie Ostermann in Füchtorf

Füchtorf. Landwirtschaft hautnah erleben konnte der heimische CDU-Landtagsabgeordnete Daniel Hagemeier jetzt bei einem Besuch auf dem landwirtschaftlichen Betrieb der Familie Ostermann in Füchtorf.
Neben einer Schweinemast mit 3.000 Tieren und einer Putenmast mit rund 4.000 Tieren betreibt Familie Ostermann auch eine Biogasanlage und hält 90 Milchkühe. Im Mittelpunkt des jüngsten Besuchs stand indes nicht die Tierhaltung, sondern der Einblick in die laufende Maisernte. Lohnunternehmer Dietmar Spiering ermöglichte Hagemeier die Mitfahrt auf dem Mähdrescher, der die Maispflanzen erntet, die Kolben von der Pflanze und die Maiskörner aus den Kolben löst. „Man hat einen guten Überblick von da oben“, blickt Hagemeier auf die Mitfahrt auf dem Mähdrescher zurück. „Es ist ein Wunsch, der heute wahrgeworden ist.“ Die Produktion der Erntemaschinen bei Claas in Harsewinkel kennt der heimische Landtagsabgeordnete aus seiner früheren Tätigkeit als Betriebswirt im Gesundheitswesen und Firmenkundenbetreuer bei einer großen Krankenkasse gut. „Auf einem Mähdrescher mitgefahren bin ich aber noch nie“, bekennt er.

Neben der Mitfahrt auf dem Mähdrescher blieb beim jüngsten Besuch auf dem Hof Ostermann wie auch schon im August diesen Jahres ausreichend Zeit, über aktuelle Landwirtschaftsfragen zu sprechen.   Sorgen bereitet der Füchtorfer Landwirtsfamilie ebenso wie vielen Berufskollegen der historisch niedrige Schweinepreis. „Ich weiß von Betrieben, die aufgeben wollen“, befürchtet Waltraud Ostermann, dass sich der Strukturwandel auf dem Land noch beschleunigt und selbst größere Betriebe die Segel streichen. Markus Ostermann beklagt, dass höhere Tierwohlstandards vom Lebensmitteleinzelhandel und den Verbrauchern zwar gefordert, von den Schlachthöfen aber nicht vergütet würden. Sorgen bereitet dem Landwirt auch die aktuelle Änderung der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung, die Verbote und Einschränkungen entlang von Gewässern ebenso mit sich bringt und den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in Naturschutzgebieten noch strenger reguliert. Mit Blick auf die Flächen im Füchtorfer Moor vermutet Ostermann, sie zukünftig in Grünland umwandeln zu müssen: „Dann sind sie für mich nur noch die Hälfte wert.“

Station machten Waltraud und Markus Ostermann mit Daniel Hagemeier auch an einer drei Hektar großen Wildblumenfläche. In einem Versuch wachsen dort viele verschiedene Wildblumen, die unlängst geerntet worden sind und in die Biogasanlage kommen. „Das Feld hatte nahezu jede Woche eine andere Grundfarbe“, weiß Waltraud Ostermann, dass die Fläche Lebensraum für Insekten und ein Magnet für Spaziergänger war. „Das sind Dinge, die von den Menschen sehr wohl wahrgenommen werden“, ist auch Daniel Hagemeier überzeugt. Die Wirtschaftlichkeit kann der Füchtorfer Landwirt aktuell noch nicht beurteilen: „Der Versuch ist auf fünf Jahre angelegt.“

Nach wie vor sei der Informationsbedarf bei den heimischen Landwirten groß, bilanziert Daniel Hagemeier den Besuch auf dem Betrieb der Familie Ostermann. Deshalb wolle er im ersten Quartal des kommenden Jahres in Sassenberg zu einer Veranstaltung mit der Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion für Landwirtschaft und Umwelt, Bianca Winkelmann sowie Ministerin Ursula Heinen-Esser oder dem Staatssekretär Dr. Heinrich Bottermann einladen. „Eigentlich war die Veranstaltung schon für Ende letzten Jahres geplant gewesen und musste dann coronabedingt abgesagt werden“, bedauert Hagemeier.